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Record Release Party zum neuen Album „UP“

Als ich das neue Album schrieb, schlug die Band gerade neue Wege ein. Wir fanden uns endlich im Progressiven Rock wieder, nachdem wir lange nach einer musikalischen Identität für unsere Ideen gesucht hatten, fanden ein Record Label, das mit uns zusammenarbeiten wollte, erweiterten unsere Band um ein neues Instrument, den Chapman Stick, und folgten unserem roten Faden stetig ein Stück aufwärts. Auch privat hatte sich einiges getan, denn ich hatte plötzlich ein kleines Kind.
„UP“ steht also für Aufwärtsstreben. Aber auch für „Under Pressure“, denn mit der Mutterschaft kam auch die Panik vor Stagnation. In der Tat fühlte ich mich beinahe die ganze erste Zeit nach der Geburt meines Sohnes wie Sisyphos; eingesperrt und immer wieder zurückgeworfen. Denn ich durfte das erste Mal in meinem Leben nicht mehr über mich selbst und meine eigenen Ressourcen verfügen, wo ich mich vor allem als Musikerin völlig neu sortieren musste. So steht nun der Song „Sisyphos“ gleich am Anfang des Albums. Wird aber sogleich hinter sich gelassen von der Aufwärtsbewegung, die sich durch alle anschließenden Songs zieht.
Die folgenden 9 Albumtitel streben also aufwärts: aus der Tiefe des Ozeans, in die selbst das Licht nicht vorzudringen vermag (02 „Aphotic Zone“), an das ganz erdige Ufer (03 „The Bass Thing“), dann führt uns ein Pfad für eine Weile (04 „The Path“ – Duett zwischen Geige und Drums, gespielt von Marco Minnemann), man passiert einen Baum (05„Tree“), anschließend fegt es wie ein Wirbelsturm über die Erde und ist nicht mehr aufzuhalten (06 „Try to stop me“ ), steigt wie Blasen in die Atmosphäre auf (07 „Living in a Bubble“), die Stratosphäre wird erreicht (08 „Entering Stratosphere“) bis es schließlich hinauf zur Sonne geht (09 „Center Su(o)n“ – ein Song an meinen Sohn; Zentrum Sonne sowie Zentrum Sohn). Mit dem Bonustrack (10 „Surfing with the Alien“ – Joe Satriani Cover) durchfliegt man schließlich das Universum.
Musikalisch ausgerichtet ist das Album an Jazzrock und Progressive Rock, dem Flow des Albums folgend und man spürt meine Vorliebe für den Jazzrock der Siebziegerjahre. Wie es für unsere Musik schon immer charakteristisch war, bekommt das Duell zwischen Gitarre und Geige seinen entsprechenden Raum. Besonders erwähnenswert ist allerdings auch die Verwendung meiner Solo-Instrumente, wobei ich hier zum ersten Mal mit einer fünfsaitigen und sogar mit einer sechssaitigen E-Geige von „Fidelius“ eingespielt habe. Alle Orchesterparts dahingegen habe ich mit meiner Akustikgeige sowie einer akustischen Bratsche eingespielt. So sind ganze Orchester entstanden ohne Hinzunahme irgendeines synthetischen Instruments. Dasselbe ist auch vom Chor zu berichten: alle Stimmen entstammen meinem Kehlkopf – manchmal zwölffach pro Stimme eingesungen, um den Eindruck eines größeren Chores zu erzeugen. In den tiefen Männerstimmen habe ich mir hierbei die Unterstützung von Alf Ator (Knorkator) geholt. Auch wenn, wie bei Ally the Fiddle nicht ungewöhnlich, die Instrumentalnummern überwiegen, sind doch vier Songs mit Gesang versehen, wobei „Tree“ von der charismatischen Stimme von Buzz Dee (Knorkator) interpretiert wird.
Ganz besonders freut mich die Teilnahme verschiedener wunderbarer Gastmusiker, die auf diesem Album zu finden sind. Wie die von niemand geringerem als Jerry Goodman (Geige, „Mahavishnu Orchestra“, „Dixie Dregs“, „The Flock“…), meinem großen Idol und Vorbild; Marco Minnemann (Drums, „Aristocrats“, Steven Wilson, Joe Satriani…); Felix Wiegand (Kontrabass, „Dick Brave and the Backbeats“); Jen Majura (Gitarre, „Evanescence“); Benni Cellini (Cello, „Letzte Instanz“) , Alf Ator (Chorgesang, „Knorkator“) und Buzz Dee [Sebastian Baur] (Gesang, „Knorkator“).